Blower-Door-Test für große Gebäude

Eine Luftdichtheitsprüfung von großen Gebäuden ist im Verhältnis zur einer Messung eines Einfamilienhauses etwas aufwändiger. Als ein großes Objekt werden Industriehallen, Lagerhallen, Kühlhäuser, Logistikhallen, Tiefkühlhallen, Bürokomplexe und weitere vergleichbar große Gewerbebauten oder öffentliche Bauten bezeichnet.

Weshalb werden Industrie- und Gewerbebauten auf Luftdichtheit geprüft?

Auch an große industriell oder öffentlich genutzte Neubauten können EnEV-Standard Anforderungen gestellt werden. Bestandsbauten bei denen die komplette Gebäudehülle im Sinne der Luftdichtheit saniert wurde, werden einer Luftdichtheitsprüfung unterzogen. Aber unabhängig von allen Energieeffezienz Vorgaben, bringt eine Luftdichtheitsprüfung der Gebäudehülle den Vorteil mit sich, dass mögliche Mängel aufgedeckt und naachgebessert werden können. Somit unterstützt ein Blower-Door-Test das Qualitätsmanagement eines Bauunternehmens und bewahrt den Eigentümer vor unanenehmen Überraschungen und unnötigen Energieverlusten im Nutzungszustand.

Was wird gemacht?

Der Blower-Door Test ist ein Differenzdruck-Messverfahren, bei dem ermittelt wird, wie hoch die Wechselrate der Luft bei 50 Pascal Luftdruckdifferenz zwischen innen und außen in einem Gebäude, bei geschlossenen Fenstern und Türen, ist. Dabei wird ein eigens dafür konstruierter Ventilator, der mit einer luftundurchlässigen Plane umgeben ist, in eine Türöffnung eingesetzt.

Blower-Door-Test Schritt 1:

Der Ventilator erzeugt einen konstanten Unterdruck im ganzen Gebäude, indem die Maschine Luft aus dem Haus saugt. Jetzt können alle undichten Bereiche mittels Luftgeschwindigkeitsmessgerät, künstlichem Rauch oder einer Infrarotkamera ermittelt und dokumentiert werden.

BlowerDoor Test Schritt 2:

Über den Ventilator wird der Unterdruck schrittweise aufgebaut. Dabei wird gemessen, wie schnell die Luft durch mögliche Leckagen in das Haus dringt. Hierbei sprechen wir von der so genannten Luftwechselrate.

BlowerDoor Test Schritt 3:

Über den Ventilator wird jetzt Luft in das Gebäude hineingeblasen. Dadurch entsteht ein Überdruck. Auch hier wird die Luftwechselrate schrittweise gemessen und vom Messsystem aufgezeichnet.

Aus der abgeschlossenen Messung resultiert eine durchschnittliche Luftwechselrate pro Stunde. Über die nun ermittelte Luftwechselrate, können wir die Gesamtleckage der Gebäudehülle abschätzen.

Unserer Prüfzertifikat ist auch für einen Laien gut verständlich!

Vorbereitung und Gebäudepräparation

Vor dem Test werden Angaben über die Bezugsgrößen des Objektes benötigt. Stellen Sie uns daher Pläne oder Bauzeichnungen des zu untersuchenden Objektes zur Verfügung. Aus diesen Unterlagen, ermitteln wir die Netto-Grundfläche und das Luftvolumen des Gebäudes. Darüber hinaus müssen Sie uns mitteilen,  welche Anforderung an die Dichtheit des Gebäudes oder der einzelnen Gebäudeteile gestellt werden.

Am Tag der Luftdichtheitsprüfung werden alle Öffnungen wie z. B. Abflüsse ohne Siphon, Leerrohre, Bodenöffnungen, Wanddurchführungen usw. von unserem Techniker temporär verschlossen. Bei einem großen Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen oder Aufzugsschächten mit Entlüftung, gestaltet sich die Abdichtung dieser temporären Öffnungen nicht immer einfach, da diese sich meist in großen Höhen oder an nicht immer leicht zugänglichen Stellen befinden. Aus diesem Grund, sollte unser Auftraggeber solche Lufteintrittstellen vor dem Messtermin luftdicht verschließen.

 Normative Voraussetzungen & praktikable Möglichkeiten für die Luftdichtheitsprüfung

Durch den Einsatz unserer „Standard-Blower-Door-Messeinrichtung“ kann der gesamte zu untersuchende Gebäudeteil  so gestaltet werden, dass er sich bei Druckaufschlagung als eine Zone verhält. In Komplex gestalteten Objekten, die z.B. mehrere Trakte aufweisen, ist eine gleichmässige Druckverteilung im gesamten Gebäude nicht immer möglich. Bei Bauten dessen Größe 7.200 m³ übersteigt, sind spezielle Maßnahmen erforderlich. In solchen Fällen, wenden wir die beiden nachfolgenden Möglichkeiten an.

  1. Zonierung des Gebäudes 
    Lässt sich ein Gebäude relativ einfach durch Abdichtung von Innentüren in einzelne Zonen die kleiner sind als 4.000 m³ luftdicht voneinander abschirmen, können wir diese Zonen getrennt nacheinander,  mit unserem „Standard-Messsystem“ mit einem maximalen Luftvolumenstrom von 7.200 m³/h bei 50 Pa der Luftdichtheitsprüfung unterziehen.
  2. Einsatz zusätzlicher Blower-Door-Ventilatoren – „BlowerDoor MultipleFan“ 
    Lässt sich ein Gebäude nicht in einzelne Zonen unterteilen oder dessen Luftvolumen übersteigt die maximale  Fördermenge des Blower-Door-Standard-Messystem von 7.200 m³, bedarf es einer speziellen Lösung. Mit dem Einsatz von bis zu 24 weiterer Blower-Door-Ventilatoren wird der mögliche Gesamtluftvolumen-strom an die Größe des Gebäudes angepasst. Mit der Verwendung von maximal 24 Ventilatoren ist ein beträchtlicher Gesamt-Volumenstrom von 173.000 m³/h bei einem Differenzdruck von 50 Pascal realisierbar.  Somit sind wir in der Lage, Objekte mit einem Luftvolumen bis über 300.000m³/h zu messen. Der weitere Vorteil durch den Einsatz unseres MultipleFan-Messsystems ist die Option,  bis zu 12 Ventilatoren dezentral im Gebäude zu verteilen, aber zentral miteinander zu steuern. Denn gerade in Industrie-Bauwerken ist eine gleichmässige Druckverteilung auf Grund ihrer Größe oder der komplexen Innenaufteilung nicht immer möglich. In diesem Fall, wird das MultipleFan-Messverfahren von uns angewandt.

Erläuterung der Grenzwerte

Bei einer Blower-Door Messung nach DIN EN 13829:2001-02 mit dem dort beschriebenen Verfahren B, bei einer Druckdifferenz zwischen innen und außen von 50 Pa gemessener Volumenstrom – bezogen auf das beheizte oder gekühlte Luftvolumen –  dürfen folgende Grenzwerte  nicht überschritten werden:

Gebäude ohne Raumlufttechnische Anlagen: 
→ n50 Wert: ≤ 3,0 (1/h)
Gebäude mit Raumlufttechnischen Anlagen:
→ n50 Wert: ≤ 1,5 (1/h)

Bei Nichtwohngebäuden oder einzelnen Gebäudeteilen deren Luftvolumen mehr als 1500 m³ übersteigt wird die Luftdurchlässigkeit nach DIN V 18599-1 : 2011-12 / DIN-EN 13829: 2001-02  mit dem Verfahren B bei einer Druckdifferenz zwischen innen und außen von 50 Pa gemessene Volumenstrom – bezogen auf die Hüllfläche des Gebäudes gemessen.

Dabei dürfen folgende Werte nicht überschreiten:

Gebäude ohne Raumlufttechnische Anlagen: 
→ q50 Wert: ≤ 4,5 m•h-1 (1/h)
Gebäude mit Raumlufttechnischen Anlagen:
→ q50 Wert: ≤ 2,5 m•h-1 (1/h)

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!