INTRO VIDEO → DER BLOWER-DOOR TEST

In unserem Introvideo haben wir den wesentlichen Grundablauf des Test visuell für Sie zusammengefasst. Neben dem Einsatz des BlowerDoor Messsystems wird in diesen Clip die Anwendung unserer Geräte zur Leckageortung veranschaulicht.

Alle drei im Video angewandten Methoden sind sehr effektiv, wenn es darum geht Lufteintrittstellen zu lokalisieren. Dennoch entscheidet es sich von Fall zu Fall, welches Gerät am Einsatzort verwendet werden muss. Die Anwendung einer Wärmebildkamera zur Lokalisierung von Luftleckagen, kann zum Beispiel im Sommer nur bedingt verwendet werden. Die Zuführung des künstlichem Rauches bringt den Vorteil mit sich, dass auch die unzugänglichen Bereiche eines Gebäudes auf die Luftdichtheit geprüft werden können. Aber das am weitesten verbreitete Verfahren ist die Anwendung eines Luftgeschwindigkeitsmessgerätes (Anemometer). Dessen Messkopf wird an die Stelle gehalten, an der eine Luftbewegung vermutet wird und sofort wird uns angezeigt, wieviel Meter pro Sekunde durch die potenzielle Schwachstelle durchströmen.

WIESO EIN BLOWER-DOOR TEST?

Eine generelle Verpflichtung in neugebauten Häusern einen BlowerDoor Test durchzuführen, gibt es nicht. Dennoch ist ein BlowerDoor Test sehr empfehlenswert, um zum Beispiel die energetische Qualität des Gebäudes und damit die korrekte Ausführung der handwerklichen Baumaßnahmen zu beurteilen. Jedes nach heutigem Standard erbaute Gebäude sollte eine geplante, lückenlose, dichtende Ebene zwischen Innen- und Außenbereich aufweisen. Dies wird mit zunehmenden Dämmstoffstärken immer wichtiger, da der Wärmedurchgang über Transmission durch gut gedämmte Bauteile zwar sehr gering ist, aber seine Effizienz verliert, wenn ein großer Teil der zugeführten Energie durch Konvektion über Leckagen verlorengeht. Die Leckageortung im Rohbauzustand mit Hilfe eines im Gebäude erzeugten Unter,-Überdruckes lässt Leckagen erkennen. Diese können ohne großen Aufwand vor dem Einbau der Beplankungen behoben werden. Es lässt sich somit nachhaltig Energie einsparen und die Gefahr von Bauschäden und Herabsetzung der Dämmwirkung durch Kondensatbildung in den Dämmstoffen während der Winterperiode reduzieren.

Im Zuge der Planung einer Lüftungsanlage oder falls Fördermittel beantragt werden, (z.B. KFW-Förderung) ist ein BD-Test als Nachweis der Luftdichtheit jedoch Pflicht. Denn damit ein Lüftungssystem einwandfrei und effizient funktionieren kann, bestehen erhöhte Anforderungen an die Luftdichtheit. Allgemein sollte das Ziel eines jeden Bauvorhabens sein, eine optimale Wohnbehaglichkeit zu erreichen und die dafür eingesetzte Energie zu minimieren. Dazu ist es notwendig, eine relativ luftdichte Außenhülle an jedem Gebäude zu schaffen. In der deutschen DIN 4108, Teil 7 etwa wird der „Einbau einer luftundurchlässigen Schicht über die gesamte Fläche“ gefordert. Die DIN setzt verbindliche Grenzwerte für die Luftwechselrate n50 fest, somit hat ein neues Gebäude den Anspruch auf eine gewisse Luftdichtigkeit, welche durch die Differenzdruckmessung nachgewiesen werden kann.

Darüberhinaus eignet sich ein BlowerDoor Test auch, um den Ist-Zustand eines Altbaus zu beurteilen oder um energetische Sanierungsmaßnahmen zu prüfen.

Das Grundprinzip

Luftdichte Gebäudehülle, Wohnkomfort & Bauschadenvermeidung

Oft hört man, dass Gebäude atmen müssen und ein zu dichtes Haus einer Plastiktüte gleicht. Doch diese Behauptungen sind in der Regel falsch. Zweifelsohne muss ein Wohngebäude ausreichend gelüftet werden, dies sollte jedoch nicht durch eine undichte Gebäudehülle, sondern über ein ausgeglichenes Lüftungsverhalten z.B. durch das Öffnen von Fenster und Türen oder mit Hilfe einer Lüftungsanlage geschehen.

Nach der Herstellung einer luftdichten Gebäudehülle, unteranderem durch eine Fachgerechte Verwendung von diffusionsoffenen Kunststofffolien, werden Feuchteschäden im Wand- und besonders dem Dachbereich vermieden.

Was wird gemacht?

Der BlowerDoor Test ist ein Differenzdruck-Messverfahren, bei dem ermittelt wird, wie hoch die Wechselrate der Luft bei 50 Pascal Luftdruckdifferenz zwischen innen und außen in einem Gebäude bei geschlossenen Fenstern und Türen ist. Dabei wird ein eigens dafür konstruierter Ventilator, der mit einer luftundurchlässigen Plane umgeben ist, in eine Türöffnung eingesetzt.

BlowerDoor Test Schritt 1:

Der Ventilator erzeugt einen konstanten Unterdruck im ganzen Gebäude, indem die Maschine Luft aus dem Haus saugt. Jetzt können wir alle undichten Bereiche mittels Luftgeschwindigkeitsmessgerät, künstlichem Rauch oder einer Infrarotkamera ermitteln und dokumentieren.

BlowerDoor Test Schritt 2:

Über den Ventilator wird der Unterdruck schrittweise aufgebaut. Dabei wird gemessen, wie schnell die Luft durch mögliche Leckagen in das Haus dringt. Hierbei sprechen wir von der so genannten Luftwechselrate.

BlowerDoor Test Schritt 3:

Über den Ventilator wird jetzt Luft in das Gebäude hineingeblasen. Dadurch entsteht ein Überdruck. Auch hier wird die Luftwechselrate schrittweise gemessen und vom Messsystem aufgezeichnet.

Nach der abgeschlossenen Messung resultiert sich eine durchschnittliche Luftwechselrate pro Stunde. Über die nun ermittelte Luftwechselrate, können wir die Gesamtleckage der Gebäudehülle abschätzen.

 

Welche Vorbereitungen sind nötig?

Vor dem Test werden Angaben über die Bezugsgrößen des Hauses benötigt. Stellen Sie uns daher noch beim Vorgespräch den Energieausweis, Pläne oder Bauzeichnungen des zu untersuchenden Objektes zur Verfügung. Aus diesen Unterlagen, ermitteln wir die Netto-Grundfläche und das Luftvolumen des Gebäudes.

Am Tag der Luftdichtheitsprüfung werden alle Öffnungen wie zum Beispiel Abflüsse ohne Siphon, Leerrohre, Bodenöffnungen, Kaminöffnungen, Wanddurchführungen usw. von unserem Techniker temporär verschlossen.

Vorteile eines nahezu dichtem Hauses

  • Vermeidung von Schimmel und Bauschäden
    Undichte Stellen in der Gebäudehülle fördern die Entstehung von Kondenswasser, die Durchfeuchtung von Dämmschichten und somit Bildung von Feuchteschäden und Schimmel.
  • Vermeidung von Wärmeverlusten
    Durch undichte Stellen in der Gebäudehülle gelangt Heizenergie ungenutzt in die Umwelt. Ist das Gebäude dicht, bleibt die Wärme im Haus – das reduziert die jährlichen Heizkosten erheblich.
  • Vermeidung von Zugluft
    Undichte Stellen in der Gebäudehülle sorgen für die Einschränkung des Wohnkomforts.

 

Erläuterung der Grenzwerte

Bei einer BlowerDoor Messung nach DIN EN 13829 für die Energieeinsparverordnung (EnEV) dürfen folgende Werte der Luftwechselrate bei 50 Pascal nicht überschritten werden:

Gebäude Ohne Raumlufttechnische Anlagen: 
→ n50 Wert: ≤ 3,0 (1/h)
Gebäude mit Raumlufttechnischen Anlagen:
→ n50 Wert: ≤ 1,5 (1/h)
Das Passivhaus:
→ n50 Wert: ≤ 0,6 (1/h)